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Der Bergisel Drucken E-Mail

Wie eine Litanei wird von der Politik wiederholt und nochmals wiederholt,  das Panorama gehöre vom Thema her auf den Bergisel

 

 Das  Argument mag auf den ersten Blick  überzeugend wirken, doch zeigt auch diese Begründung wesentliche Mängel auf. 

 *          Mit der gleichen Begründung müsste man andere Panoramen an den Schauplatz der dargestellten Ereignisse, also das Bourbaki Panorama von Luzern weg nach Les Verrières, das Borodino Panorama von Moskau weg nach Borodino oder das Panorama der Kreuzigung Christi von Altötting weg nach Jerusalem schaffen. Oder man könnte gar argumentieren, die „Schwarzen Mander“, die 28 überlebensgroßen Bronzefiguren in der Innsbrucker Hofkirche, die Kaiser Maximilian für sein Grabmal in Auftrag gegeben hatte, müssten eigentlich nach Wiener Neustadt in die Sankt-Georgs-Kapelle verfrachtet werden, weil Maximilian ja dort begraben liegt.

Das alles gehört wohl in die Kategorie willkürlicher Denkmalverschiebung, die man aus geschichtlicher Erfahrung abzulehnen hat. Jedenfalls hielt man es schon 1906 für günstiger, einen eigenen die anderen Anlagen am damaligen Bergisel nicht konkurrierenden Platz für Gebäude und Gemälde zu schaffen, die um es noch einmal zu sagen, für sich ein geschlossenes untrennbares Gesamtdenkmal bilden.

*          Auch ist der Bergisel viel schlechter an die Stadt angebunden als das Panorama. Zwar ist viel vom Umweltschutz und vom Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel die Rede, doch scheint die Politik primär auf den PKW- und Touristen-Busverkehr zu setzen. Für die Innsbrucker jedenfalls liegt der Bergisel ganz einfach im Abseits. Man kommt nur  mit dem Sightseer-Bus oder mit dem Auto hinauf. Zu Fuß sind es von der Haltestelle der einzigen öffentlichen Verkehrslinie immerhin 350 m bis zum Bergisel bei einem Höhenunterschied von 36 m und einer Steigung von rund 12 – 17 Grad.  Das Panorama ist hingegen nur fünf Gehminuten von der Zwischenhaltestelle der Neuen Hungerbahn entfernt, zahlreiche öffentliche Verkehrsmittel halten direkt am Eingang, und es führt ein sehr schöner ebener Geh- und Radweg dem Inn entlang zum Riesenrundgemälde.

*          Schließlich ist zu bedenken, dass das Konzept des neuen Museums am Bergisel angeblich weg von einseitigen und nur auf Tirol bezogenen Kriegsdarstellungen führen und ein Stück europäischer Geschichte thematisieren soll. Wie ist, bei diesem – interessanten – Ansatz ein großes Schlachtenbild schlüssig unterzubringen, das ja selbstverständlich zum überwältigenden Kernstück des Museums würde?  

 
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