Um das Gemälde von der Rotunde trennen zu können, wird behauptet, diese stünden getrennt unter Denkmalschutz. Das ist falsch, denn beide stehen seit 1974 als EIN Objekt gemeinsam unter Denkmalschutz und dieser wurde bisher, entgegen aller gegenteiligen Aussagen, nicht aufgehoben. Ferner heißt es, der Transfer des Kolossalgemäldes sei durchaus möglich, denn Panoramen seien ein „fahrendes Gewerbe“ gewesen, man habe diese einfach zusammenrollen und anderswo wieder ausstellen können. Aber das Innsbrucker Rundgemälde hängt seit 1906 - mit einer Ausnahme von fünf Jahren als es 1917 kurzfristig im Prater in Wien ausgestellt wurde und dann bis 1924 in der Hofburg eingelagert war - in dem eigens dafür errichteten Rundbau am Rennweg. Inzwischen sind Leinwand und Farbe so spröde geworden , dass man das Gemälde zerstückeln müsste, um es abzunehmen und zu transportieren. Und die Bezeichnung „fahrendes Gewerbe“ wird als völlig unsinnig von der Wissenschaft abgelehnt. Als weiterer Grund für die Translozierung wird der dringende Sanierungsbedarf der Rotunde angeführt. Das Rundgemälde müsse raschest aus der Rotunde entfernt werden, weil es da gefährdet sei. Beispiele der wenigen anderen, ungefähr gleich alten Panoramen beweisen hingegen, dass eine Sanierung möglich ist, ohne das Gemälde abzunehmen, wenn dieses entsprechend geschützt ist. Am wenigsten kann das Argument überzeugen, die Kosten für die Renovierungen von Rundgemälde, Kaiserjägermuseum und Gaststätte (!) (ist deren Sanierung Aufgabe des Landes?) wären fast gleich hoch wie die des Neubaus am Bergisel. Dieser wird inzwischen auf über 20 Millionen € veranschlagt, während die eine Gesamtsanierung von Rotunde und Gemälde vor Ort auf 5,4 Mio €, die Liegenschaft der Rotunde 420.000 € und die Sanierung des Kaiserjägermuseums insgesamt ca. 1,6 Millionen € kosten würde. Da wäre wohl eine rasche Sanierung der Rotunde unter Belassung des Kolossalgemäldes vor Ort sicher das Naheliegendste und Kostengünsigste. Und immer wieder hört man, das Rundgemälde gehöre vom Thema her auf den Bergisel. Mit der gleichen Begründung könnte man auch andere Panoramen auf den Schauplatz der Ereignisse verschieben, oder gar Kaiser Maximilians Ahnengalerie, die „Schwarzen Mander“, von der Innsbrucker Hofkirche nach Wiener-Neustadt verfrachten, wo Maximilian begraben liegt. Zu bedenken ist auch, dass der Bergisel doch recht im Abseits liegt und verkehrsmäßig sehr schlecht an die Stadt angebunden ist. Unsere Frage: Wollen unsere Landespolitiker angesichts so vieler Ungereimtheiten wirklich die Verantwortung für dieses widersinnige Projekt übernehmen? Oder glauben sie die Verantwortung dann einfach abschieben zu können, z. B. auf die Raiffeisenländerbank, oder auf die Experten oder auf das Bundesdenkmalamt ? |
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